Als Verbandsliga werden im deutschen Ligasystem die sub-regionalen oder regionalen Spielklassen bezeichnet. Oft stellen die Verbandsligen die höchste Liga des jeweiligen Landes-Sportverbands dar. Falls in der Region auch eine Landesliga existiert ist meistens diese die höhere Spielklasse.
Die Verbandsligen waren seit den 50ern in Westdeutschland und seit den 70ern deutschlandweit zunächst drittklassig, wurden später jedoch zu viertklassigen Ligen. Nachdem die Regionalligen im Jahr 1994 wieder eingeführt wurden, bildeten die Verbandsligen in den meisten Landesverbänden die 5. Liga. In Hessen, Sachsen, Bayern und Thüringen kannte man hingegen gar keine Verbandsligen. Hier siedelte man die Landesligen unmittelbar unter der Oberliga an.
Seit im Jahr 2008 die 3. Liga eingeführt wurde, was auch die zahlreichen Landesverbände zu Strukturreformen zwang, sind die Strukturen und Bezeichnungen der Ligen unterhalb der Regionalliga noch uneinheitlicher als bisher. In Norddeutschland wurde zum Beispiel die regionale Oberliga abgeschafft, aber eine Oberliga Hamburg gegründet. Eine Verbandsliga gibt es im Norden mittlerweile nur mehr in Schleswig-Holstein und ist dort sogar die zweithöchste Landesspielklasse. Somit ersetzt die Verbandsliga seit dem Jahr 2008 die frühere Bezirksoberliga. Auch in vielen anderen Landesverbänden hat man die Bezeichnung mittlerweile abgeschafft. Die Ligen werden stattdessen oft mit regionalen Bezeichnungen versehen, wie zum Beispiel Westfalenliga oder Niederrheinliga.
Mittlerweiche werden also die sechsthöchsten Spielklassen je nach Verband entweder Landesligen oder Verbandsligen genannt. Im Saarland wird die siebthöchste Spielklasse als Verbandsliga bezeichnet.
Die Verbandsliga ist zum Beispiel in Württemberg und in Mecklenburg-Vorpommer die höchste Klasse des jeweiligen Fußball Verbandes. In Baden-Württemberg war sie bis zur Einführung der Oberliga in der Spielzeit 1978/79 die oberste Klasse im Amateurfußball und somit die dritthöchste Spielklasse Deutschlands überhaupt. Nachdem die Oberliga Baden-Württemberg in der Saison 1978/79 und die Regionalliga Süd in der Saison 1994/95 eingeführt wurde, wurde die Verbandsliga in Württemberg zuerst die vierthöchste und dann die fünfthöchste Spielklasse. Nachdem in der Saison 2008/09 die 3. Liga eingeführt wurde sie in Württemberg zur sechsthöchsten Spielklasse Deutschlands.
Auch auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommer ist die Verbandsliga die höchstklassigste Fußball Liga. Mittlerweile ist sie jedoch deutschlandweit auch hier die sechsthöchste Spielklasse. Der Meister der Liga kann direkt in die Oberliga Nordost aufsteigen.
Die Verbandsliga wurde in Mecklenburg-Vorpommern rechtzeitig zu Beginn der Saison 1991/92 gegründet, allerdings damals noch unter dem Namen Landesliga Mecklenburg-Vorpommern. In der Saison 1995/96 wurde die Landesliga zu einer der deutschen Verbandsligen und die Landesliga diente nur mehr als Unterbau. Seit der Spielzeit 2009/10 teilt sich die Liga in drei Landesliga-Staffeln: Nord, West und Ost.
